Erbkrankheiten

Grundsätzliches:
Durch jahrtausendelange Züchtung sind bis heute
ca. 320 anerkannte Hunderassen entstanden. Damit gehört der Hund zu den variationsreichsten Arten auf der Erde.

Die Domestizierung des Hundes erfolgte wahrscheinlich bereits schon in der Eiszeit, vor ca. 18.000 Jahren. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Entwicklung des Wolfes zum Haushund noch früher, vor ca. 29.000 Jahre stattgefunden haben muss. Zu welchem Zeitpunkt der tatsächliche Beginn der Beziehung zwischen Mensch und Hund begonnen hat, ist derzeit noch umstritten.

Im Jahr 2004 hat eine großangelegte Mikrosatelliten-Untersuchung mittels molekulargenetischen und genotypische Verfahren erwiesen, dass die domestizierten Hunde  aus drei Ursprungspopulationen an Wölfen aus dem fernen Osten (Asien) hervorgegangen sind. Diese Abstammung des Hundes haben Genetiker zweifelsfrei nachgewiesen. In dieser Studie wurden repräsentativ für alle Hunderassen der Welt 414 Hunde aus 85 Rassen auf ihre genetische Nähe zum Grauwolf hin analysiert und anschließend in verschiedenen Gruppen zusammengefasst. Bei der Untersuchung der DNS von Wolf und Hund sind nur 0,2% Unterschied zu finden. Zu den ältesten Hunderassen zählt nach Aussagen der Forscherin Dr. Heidi Parker und ihre Mitarbeiter von der Universitaet Seattle (Washington, USA) der Shar Pei, der in der genetischen Nähe zum Wolf an erster Stelle rangiert!

Unser Haushund ist in der zoologischen Gliederung ein Mitglied der Familie der Caniden.

Wie allgemein bekannt, kommt der Chinese Shar Pei aus den südlichen Provinzen der Volksrepublik China. Die ursprüngliche Rasse soll über 2.000 Jahre alt sein. Von Ende des 18. Jahrhunderts bis zum den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts kreuzten unverantwortliche Züchter (Vermehrer) in die ursprünglichen Linien u.a. Bulldoggen, Mastiff, Boxer und  Bullterrier sowie Chow-Chow ein. Der dadurch entstandene Typ hatte nur noch wenig mit den „Ur-Shar-Pei“ gemeinsam. Leider war der ursprüngliche Shar-Pei in den 1950er Jahren fast ausgestorben. Laut dem Züchter Matgo Law sollen 1971 noch knapp ein Dutzend Hunde am Leben gewesen sein. Das war ein Minusrekord! Auf einer Ausstellung in Hongkong wurde 1972 der „Chinese Shar Pei“ als Zucht aus chinesischen Hunden erstmals als Rasse vor- und ausgestellt. Bereits Anfang der 60er Jahre wurde der Grundstock für die heutige Population der "Shar-Pei" durch Matgo Law und Chung Ching Ming geschaffen. Der Züchter  Matgo Law aus Hong Kong bat Anfang der 1970er Jahre die amerikanischen Hundefreunde, ihm beim Erhalt dieser Rasse zu helfen. 1976 galt der Shar Pei  als die seltenste Hundrasse der Welt!. Es wurden gerade mal weltweit nur noch 145 Exemplare gezählt, wovon alleine 96 in den USA lebten. Allerdings unterscheiden sich die Shar-Pei von jener Zeit deutlich von denen, wie man sie heute kennt. Der heutige Shar-Pei ist massiger, hat einen grösseren Kopf und ist etwas kleiner als der ursprüngliche Typ.

In den Zuchtverbänden FCI und VDH wird der Shar Pei unter Molosser und doggenartige Hunde geführt.

Diese Entwicklung der Shar Pei, über all die Jahre hinweg, muss man wissen, wenn man über  den „Genpool“ dieser Rasse befinden will. Der Genpool der Shar Pei ist immer noch sehr begrenzt und bedarf seitens der Züchter einer grossen Verantwortung, gepaart mit der entsprechenden Sorgfalt und seitens der Verbände sowie Rassezuchtvereinen einer sehr genauen Kontrolle welche Hunde verpaart werden dürfen.

Zurzeit sind in der Tiermedizin rund 450 Erbfehler bei Hunden bekannt. Erkenntnisse über neue Erbkrankheiten kommen gegenwärtig und in der Zukunft noch hinzu. Dies ist nicht nur auf weitere Genmutationen, sondern auch auf moderne Forschungs- und Untersuchungsmethoden sowie –ergebnisse, somit auf mehr Wissen über die Vererblichkeit von Erkrankungen zurück zu  führen.
Ein Meilenstein für die Forschung war die Entzifferung des Hunde-Erbguts, die im Dezember 2005 von einem Konsortium um Sutter veröffentlicht wurde: Mit rund 20.000 Genen haben die Vierbeiner etwas weniger als die Menschen.

Diese Erbgutanalyse sollte nicht nur genauere Einsicht in Hundekrankheiten geben, sondern auch der Gesundheit des Menschen dienen.

Grundsätzlich sind Krankheiten und Missbildungen bei allen (Lebewesen) Hunden, so auch bei dem Rassehund Shar Pei, mit grossen Schmerzen und Qualen für die betroffenen Tiere und mit Leiden und Kosten sowie vorzeitigem Abschiednehmen für die Hundehalter verbunden.
Die Ursachen für Erkrankungen und Missbildungen können in den Umfeldbedingungen des Hundes, aber vorwiegend, in rein genetische Faktoren (mutierten DNA-Sequenzen) liegen. Im letzten Fall spricht man dann von Erbfehlern oder Erbkrankheiten.

Die Behandlung von Erkrankungen und Missbildungen ist sehr wichtig!
An erster Stelle, all unserer langfristigen Bemühungen, muss jedoch die Eindämmung der Erbfehler bei Hunden  stehen. Es muss verhindert werden, dass sich mutierte Gene innerhalb einer Familie oder gar einer ganzen Rasse weiter ausbreiten können.
Erbkrankheiten müssen zurück gedrängt werden!
Züchter haben es in der Hand, konsequent dominant vererbte Krankheiten zu bekämpfen. Die notwendigen selektiven Massnahmen bei der Auswahl der Zuchttiere können sehr effektiv zu einer Eliminierung der jeweiligen Gendefekte führen.
Hier ist zwingend die Zusammenarbeit von in der Tiermedizin tätigen Wissenschaftler, praktizierende Veterinäre, Zuchtverbände und Zuchtvereine sowie deren verantwortungsbewussten Züchter gefragt!

Erbkrankheiten sind Erkrankungen, für deren Entstehung krankhaft veränderte Erbanlagen eine entscheidende Rolle spielen und die nach den Mendelschen Gesetzen auf die Nachkommen vererbt werden.

Von erblicher Disposition spricht man, wenn eine vererbte erhöhte Krankheitsbereitschaft, eine erhöhte Anfälligkeit des Organismus für Erkrankungen besteht.

Vermehrer, bei denen das Pekuniäre, das schnelle Geld, das egoistische Ziel der falsch verstandenen Hundezucht ist, die sich nie mit Genetik und verantwortungsvolle Zuchtstrategien auseinandersetzen, schaden der Rasse.

Unsere geliebten Shar Pei brauchen engagierte und gewissenhafte Züchter, die sich zum Wohle der Rasse offen und ehrlich einbringen.

Hinweis
Die Inhalte seiner Beiträge werden vom Autor nach bestem Wissen und Gewissen dem jeweiligen Besucher zur Verfügung gestellt. Die Informationen auf den Seiten http://www.familial-shar-pei-fever.de/ ersetzen nicht die professionelle Diagnostik, Beratung und Therapie durch einen Tierarzt! Sie stellen nur ein Informationsangebot dar. Diese Informationen wurden im guten Glauben und im Vertrauen auf die professionelle Integrität seiner Quellen hier möglichst originalgetreu wiedergegeben. Aussagen über Produkte und Gesundheitszustände sind nicht durch den Autor dieser Webseite ausgewertet worden  Alle Informationen über diagnostische und therapeutische Methoden (inkl. Informationen über Medikamente) gelten nicht als persönliche Empfehlung oder Therapievorschlag. Geben Sie ihrem Hund niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem Tierarzt! Da der Autor selbst nicht über medizinische Kenntnisse verfügt, übernimmt er auch keine Haftung der angebotenen Informationsbereitstellung.
Copyright © 2002-2007 Hanspeter Kobold. Alle Rechte vorbehalten. 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen