Artikel Dr. Jeff Vidt

Zitat aus einem Artikel von Dr. Jeff Vidt, DVM

Gesundheitsprobleme, von denen der Shar Pei betroffen sein könnte!

Hunde mit den folgenden Merkmalen sollten nicht zur Zucht verwendet werden. Wenn Sie sich für einen Welpen interessieren, vergewissern Sie sich, dass die Eltern des Welpen auf diese Merkmale hin untersucht und frei von ihnen sind.
Sollte Ihr Tierarzt mehr Informationen über chinesische Shar Pei Hunde benötigen, senden Sie bitte Name und Adresse Ihres Tierarztes (bei Überseebestellung bitte 2 US$ für Porto beilegen) an:

Jeff Vidt, DVM
210 S. Park Street
Westmont, IL 60559-1940

Entropium
Der Shar Pei gehört zu den 14 Rassen, die vom Entropium betroffen sein kann. Es bedeutet, dass sich das Augenlid nach innen rollt, wo es an der Hornhaut des Auges scheuert und seine empfindliche Oberfläche reizt. Wässrige Augen, Entzündungen, sogar ein Hornhautgeschwür können die Folge sein und einen chirurgischen Eingriff erfordern. Da dieses Merkmal unter dem Verdacht steht, erblich zu sein, sollten betroffene Hunde nicht für die Zucht verwendet werden.

Augenheftung
Bei den Shar Pei zeigt sich das Entropiumsymptom meist im Alter von 10 bis 14 Tagen, wenn die Welpen ihre Augen öffnen. Die Welpen beginnen die Augen zuzukneifen und schließen die Augen wieder. Oftmals sondern die Augen Schleim ab und die betroffenen Welpen essen dann schlecht oder sie nehmen weniger zu als ihre Geschwister. Augenheftung ist eine zeitlich begrenzte Maßnahme, in welcher das Augenlid vom Augapfel weg nach außen gerollt und durch Nähte fixiert wird. Bei sehr jungen Hunden (2–4 Wochen) kann dies ohne Betäubung geschehen, manchmal wird aber auch Narkose verwendet. In den Augenlidern angebrachte Nylonnähte öffnen die Augen. Häufig wird eine antibiotische Augensalbe gegeben, um die Heilung von Hornhautgeschwüren zu unterstützen und vor weiteren bakteriellen Infektionen zu schützen. Diese Nähte verbleiben so lange wie möglich, in manchen Fällen bis zu vier Wochen. Solche Heftungen können erneuert werden, bis eine endgültige Korrektur möglich ist. Sollten die Nähte sich lösen oder Probleme bereiten, können sie entfernt werden. Augenheftung kann sogar zur Ausheilung von Entropium führen. Das erste Ziel jedoch ist es, schwere Augenschäden abzuwenden, bis der Welpe mit 6–8 Monaten alt genug ist, um sich einer dauerhaften Entropiumchirurgie zu unterziehen. Nicht alle Welpen mit Augenheftung benötigen später eine Entropiumchirurgie: es besteht keine Verbindung zwischen diesen Phänomenen.

ENTROPIUM BEI JUNGEN WELPEN KANN GESCHWÜRBILDUNG AUF DER HORNHAUT HERVORRUFEN UND IST EIN MEDIZINISCHER NOTFALL – GEHEN SIE SOFORT ZUM TIERARZT!


Entropiumchirurgie
Eine dauerhafte Entropiumchirurgie wird bei den Shar Pei oft vorgenommen, wenn sie 6–8 Monate alt sind. Die Welpen sind dann ausgewachsen und in ihre Köpfe „hinein gewachsen“. Diese ist ein Eingriff, mit dem das Augenlidproblem endgültig korrigiert wird. Der Erfolg eines solchen Eingriffes ist abhängig von der Kunstfertigkeit und Erfahrung des Chirurgs. Häufig wird eine Überweisung zu einem Tieraugenarzt empfohlen. Der Eingriff erfordert unterschiedliche Techniken, um überschüssiges Augenlidgewebe vom Lid zu entfernen, die Augenöffnung zu straffen, sowie in einigen Fällen überschüssige Hautfalten um das Auge herum zu entfernen.
Üblicherweise sehen die Hunde für einige Tage nach der Operation schlimmer aus als vorher. Das hängt mit der auftretenden Schwellung zusammen. Häufig wird ein Halskragen angelegt, um die Nähte zu schützen. Gewöhnlich werden die Fäden nach 7–14 Tagen gezogen.
Es ist wichtig zu wissen, dass die Augen eines chinesischen Shar Pei anfällig für Allergien sind und leicht durch Umgebungsallergene (Staub, Zigarettenrauch) anschwellen und zuschließen können. Dadurch kann der Eindruck einer Entropiumerkrankung entstehen. Ein operativer Eingriff wird jedoch das Problem nicht lösen, vielmehr sollte das auslösende Allergen gefunden und aus der Umgebung des Tieres verbannt werden. Entropium kann übrigens auch durch Stress hervorgerufen werden, allgemein bekannt als "Stressentropium". Dies ist wiederum eine vorübergehende Erscheinung, die sich sofort wieder zurückbildet, wenn der Hund aus der Stresssituation entfernt wird. Sollte die Hornhaut gekratzt werden oder das Tier sich das Auge stoßen, kann das Gewebe um das Auge herum derart anschwellen, so dass sich das Auge schließt. Da dies ein vorübergehendes Problem ist, wird hier eine Augenheftung empfohlen.

Nickhautvorfall
Ein bei der Zucht relativ häufig auftretendes Problem ist der so genannte Nickhautvorfall – eine Ausstülpung des dritten Augenlides. Hierbei stülpt sich Drüsengewebe aus dem dritten Augenlid heraus und ist als roter Klumpen im inneren Augenwinkel erkennbar. Bei entsprechender Grösse kann dieses sogar das ganze Auge verdunkeln. Obwohl es dem Hund weder Schmerzen noch sonst erkennbare Probleme bereitet, ist es unansehnlich. Wenn es nicht behandelt wird, kann es zu Problemen kommen. Die Behandlung besteht in einem chirurgischen Eingriff, bei welchem die Ausstülpung zurück an ihren Platz gebracht und dort angenäht wird. Diese Art des Eingriffs ist im Allgemeinen sehr erfolgreich; es gibt aber seltene Fälle, bei denen die Ausstülpung sich wieder löst. Sollte dies eintreten, empfiehlt es sich, die komplette Drüse zu entfernen. Nach einem solchen Eingriff wird der Hund allerdings sein Leben lang Augentropfen wegen eines Trockenaugenzustands benötigen. Es ist wichtig zu wissen, dass meist nach einem Nickhautvorfall auch das andere Auge betroffen sein wird. Es lohnt sich also, ein paar Wochen abzuwarten, bis das Problem im anderen Auge auftritt. Damit ersparen Sie dem Tier zwei Narkosen innerhalb kurzer Zeit durchzumachen. Leider gibt es keine Vorsorgemaßnahme; die Nickhaut muss sich erst ausstülpen, bevor sie befestigt werden kann.

Hypothyroeidismus (Schilddrüsenunterfunktion)
Die Schilddrüse produziert ein Hormon, welches den Stoffwechsel im Körper steuert. Ein mangelhafter Hormonspiegel drosselt den Stoffwechsel. Dies kann zu einer Verfettung der Hunde bei normaler Fütterung führen. Die Tiere frieren leicht und werden träge. Aufällig sind Fellwechsel, besonders Haarverlust an den Ellbogengelenken und auf dem Rücken. Dazu kommt eine stärkere Pigmentierung der Haut, Schuppenbildung und Seborrhoe (Anomalie der Hautzellenproduktion). Eine begleitende bakterielle Hautentzündung kommt häufig vor. Auch können die Ohren betroffen sein, in dem sie sich mit dickem, öligem, gelbem Schleim füllen. Dadurch werden die Ohren anfällig für Ohrentzündungen. Mit Bluttests wird die Schilddrüsenfunktion bestimmt und gegebenenfalls werden Schilddrüsenhormone zur Behandlung des Problems verabreicht.

Familiäres Shar Pei Fieber und Amyloidose

Das Familiäre Shar Pei Fieber ist auch als "Swollen Hock Syndrom" (SHS) bekannt und zeigt folgende typische Symptome:

1. Schwellung des Sprunggelenks, manchmal auch weiterer Gelenke;
2. Apathisches Verhalten;
3. Manchmal eine geschwollene, schmerzhafte Schnauze;
4. Unterleibsschmerzen, Erbrechen, Durchfall und flache Atmung.

„Familiäres Shar Pei Fieber (FSF) ist eine durch Fieberschübe gekennzeichnete Erkrankung. Shar Pei mit dieser Störung haben eine oder mehrere unerklärbare Fieberattacken mit einer Temperatur von 39,4 bis 41,7 Grad Celsius, in seltenen Fällen auch höher. Die Fieberanfälle treten meist auf, wenn die Hunde jünger als 18 Monate alt sind, bei einigen jedoch erst im Erwachsenenalter. Fieberschübe werden mit den Jahren seltener. Ein Fieberschub dauert ohne Behandlung etwa 24–36 Stunden an. “Es heißt, dass die Krankheit durch eine Störung des Immunsystems ausgelöst wird. Hunde mit dieser Erkrankung laufen Gefahr, an einer verwandten Störung (Amyloidose) zu sterben. Wird eine Entzündung durch abnorme Ablagerung von Amyloiden (stärkeähnlicher Eiweißkörper) im ganzen Körper ausgelöst, so kann der betroffene Shar Pei mit Amyloidose verschiedene Substanzen in seinem Blutkreislauf nicht aufspalten. Nicht alle Hunde mit Shar Pei Fieber sterben an Amyloidose, und wenn doch, dann im Alter zwischen 3 und 5 Jahren.

Demodiktische Räude

Demodiktische Räude wird durch die Demodex Milbe hervorgerufen, die bei allen Hunden auf der Haut lebt. Ist der Hund gesund, leben Wirt und Parasit relativ gut zusammen. Das Immunsystem des Hundes kontrolliert die Anzahl der Milben und hält sie im Gleichgewicht. In bestimmten Wachstumsphasen (Adoleszenz) oder Stressphasen (Schutzimpfungen, Läufigkeit der Hündinnen) kann es zu einer vorübergehenden Beeinträchtigung des Immunsystems kommen. Dies führt zu einer starken Vermehrung der Milben. Man erkennt es an kleinen Stellen mit meist kreisrundem Haarausfall, insbesondere am Kopf und manchmal am Rumpf, welche als jugendliche oder örtliche Demodikose benannt wird. Nach gegenwärtiger tierärztlicher Sicht werden solche kleinen Stellen nicht behandelt. Das Immunsystem eines gesunden Welpen oder ausgewachsenen Hundes regeneriert sich selbst und das Haar wächst an den betroffenen Stellen wieder nach. Problematisch wird es, wenn das Immunsystem mit der großen Zahl von Milben überfordert ist und es zu einer Generalis Demodikose führt. Es zeigen sich dann große Mengen von Milben an aufgekratzten Hautstellen, grösserer Haarverlust und in besonders schlimmen Fällen völlige Kahlheit. Hunde mit einer Generalis Demodikose haben ein defektes Immunsystem und sollten NIEMALS zur Zucht verwendet werden. Die Behandlung besteht aus Mitaban Tauchbädern einmal alle zwei Wochen, bis mehrere Hautabschabungsproben negativ sind. Derzeit wird Ivermectin bevorzugt, das entweder oral oder per Injektion verabreicht wird. Mitaban ist eine hochtoxische Chemikalie, bei deren Verwendung für Hund und Mensch Vorsicht geboten ist. Bei Welpen unter sechs Monaten ist die Anwendung von Mitaban kontraindiziert. Der Abstand zwischen Bädern sollte NIE unter zwei Wochen liegen. Dagegen gilt die Behandlung mit Ivermectin im Allgemeinen als weniger giftig und belastend für den Organismus des Tieres. Für welche Methode Sie sich auch entscheiden, sie sollte IMMER unter tierärztlicher Aufsicht angewendet werden.

Ölige Seborrhoe
Heftiger ranziger Körpergeruch, der von wunder, schuppiger und blutiger Haut herrührt, kann durch Hypothyroeidismus, Hefepilzinfektionen und/oder Futterallergien hervorgerufen werden. Dieses Problem sollte umgehend mit dem Tierarzt besprochen werden und kann mit geeigneten Haarwaschmitteln sowie Medikamenten gut behandelt werden.

Ohren
Die Rassestandards verlangen kleine Ohren, was bei den Shar Pei relativ enge Gehörgänge zur Folge hat.

Das Grundproblem der Ohrreinigung bei Shar Pei Besitzer besteht in mangelhafter Erziehung und Kontrolle des Hundes. Wenn der Hund sich von Ihnen die Ohren nicht reinigen lässt, wird er diese auch nicht von Ihnen behandeln lassen. Bringen Sie dem Hund bereits im Welpenalter bei, Ohrreinigung zu tolerieren und arbeiten Sie dabei mit Lob und Bestrafung. Mehr zu diesem Thema würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Doch sollte erwähnt werden, dass die heute geläufige Verwendung des Wattebausches eines der Probleme bei der Ohrreinigung ist. Die unsachgemäße Verwendung eines Wattebausches führt zu einem wunden Gehörgang mit Schwellungen, Schmerzen und einem störrischen Patienten.

Die beste Art, den Gehörgang zu reinigen, ist Verkrustungen mit Hilfe einer Ohrreinigungslösung herauszuspülen. Heutzutage sind eine Menge gleichwertiger Produkte zur Ohrspülung erhältlich. Testen Sie unterschiedliche, bis Sie eines finden, mit dem Sie gut klarkommen. Meine bevorzugten Mittel sind Pan-Otic und Nolvasan Otic. Verwenden Sie kein Wasserstoffperoxid! Das Schäumen belastet den Hund und das Peroxyd spaltet sich in Sauerstoff und Wasser im Ohr. Es ist empfehlenswert, die Ohren im Freien zu säubern. Dort kann der Hund die von der Reinigungslösung gelockerten Verkrustungen durch Schütteln des Kopfes selbst hinausbefördern.

Wenn Sie die Ohrreinigungslösung in den Hörkanal gegeben haben, massieren Sie das Ohr sanft und lassen Sie dann Ihren Hund seinen Kopf schütteln. Teile der Verkrustung können an den Ohrläppchen hängen bleiben. Wischen Sie diese mit einem Wattebausch ab und wiederholen Sie die Prozedur mehrmals, bis alle Verkrustungen gelöst sind. Dann können Sie einen Wattebausch vorsichtig in den Gehörgang geben zur Aufnahme von Resten der Ohrreinigungslösung. Reinigen Sie das Ohr nicht mit dem Wattebausch! Wenn das Ohr ganz trocken ist, geben Sie das entsprechende Medikament nach Anweisung des Tierarztes in den Gehörgang ein. Es hat sich bewährt, dem Hund an dieser Stelle eine kleine Belohnung zu geben, damit die Ohrenreinigung und künftigen Behandlungen angenehmer laufen. Bei besonders schwer erkrankten Ohren empfiehlt es sich, sie zunächst einige Tage nur medikamentös zu behandeln, bevor man die Ohren reinigt. Dies ermöglicht ein Abklingen der Schwellung und Schmerzen und der Hund wird später die Ohrreinigungsprozedur eher tolerieren. In solchen Fällen besteht aber auch die Möglichkeit, das Tier vom Tierarzt unter Narkose behandeln zu lassen, bevor man zu Hause etwas selber ausprobiert. Dies gibt dem Tierarzt die Gelegenheit, das Ohr gründlicher zu untersuchen.

Schwäche der Karpalbänder
Schwache Karpalbänder verursachen Instabilität und eine nach vorne gebeugte Haltung bei jungen Welpen. Verringern Sie die Proteingabe und trainieren Sie mit dem Hund auf einem rutschfesten Untergrund. In schweren Fällen helfen weiche Wickel.

Patellaluxation
Bei der Patellaluxation rutscht das Kniegelenk aus der Kniegelenkspfanne heraus. Shar Pei mit diesem Leiden sollten nicht für die Zucht verwendet werden.

Hüftgelenkdysplasie
Bei einer Hüftgelenkdysplasie sind der Oberschenkelknochen (Femur) und die Hüftpfanne nicht richtig ausgerichtet. Das Leiden zeigt sich in leichten (kontrollierbaren) Schmerzen bis hin zu Qualen, die eine Einschläferung erforderlich machen. Wenn Sie sich für einen Welpen interessieren, stellen Sie sicher, dass Bescheinigungen der OFA (Tierorthopädische Stiftung) vorhanden sind, die bestätigen, dass bei den Eltern des Welpen keine Hüftgelenkdysplasien vorliegen.

Würgen/Erbrechen
„Es ist möglich, dass eine Speiseröhrenerweiterung (Megaesophagus) oder Zwerchfellhernie (Durchbruch des Zwerchfells) erst dann entdeckt wird, wenn der Hund viel älter und untergewichtig oder ausgemergelt erscheint und in der Vergangenheit häufig erbrochen hat. Es handelt sich hier um einen Entwicklungsfehler, möglicherweise um eine verzögerte Reifung des neuromuskulären Systems der Speiseröhre. Leichte Fälle bei jungen Hunden können sich durch vorsichtiges Füttern bessern“. Es kann helfen, den Fressnapf auf die erste oder zweite Stufe einer Treppe zu stellen, so dass der Oberkörper des Hundes beim Fressen erhöht ist. Lassen Sie dem Hund etwas Zeit, in dieser Haltung zu verdauen.

Kutane Muzinose
„Muzin ist die Substanz in der Haut des Shar Pei, die die starke Faltenbildung verursacht. Es ist klar und zäh und verhält sich wie Klebstoff bei Kampfwunden.“ Auch polstert es Schnauze und Sprunggelenke aus. Überschüssiges Muzin führt zur Bildung von durchsichtigen Blasen auf der Haut. Diese können in schweren Fällen spontan oder während eines rauen Spiels usw. aufbrechen und triefen. Dieser Zustand ist als kutane Muzinose bekannt. Das hängt möglicherweise mit einer Allergie zusammen, stellt selten eine Beeinträchtigung für den Hund dar und kann mit einer Steroidtherapie behandelt werden. Kommt es jedoch zu einem übermässigen Auftreten mit starkem spontanen Aufbrechen der Bläschen und anschließend schorfig verheilenden Stellen oder häufig aufreißender Haut, kann die Muzinproduktion durch die Verabreichung niedriger Dosen Prednisone oder anderer Kortikosteroiden heruntergefahren werden. Meist wird eine deutliche Verbesserung durch sehr niedrig dosierte Prednisone erzielt, die alle 2 Tage verabreicht werden. Kortikosteroide sind nicht ohne Risiken, daher würde ich den Zustand nicht behandeln, solange es den Hund nicht stört. Medizinisch verabreichte Steroide oder krankheitsbedingter Stress können bei den Shar Pei die körpereigene Produktion von Cortisol in den Nebennieren und damit auch die von Muzin verringern. Einige Tiere verlieren dadurch ihr typisches Aussehen. Der Zustand kann sich mit der Zeit normalisieren, aber manchmal bekommen die Hunde ihr ursprüngliches Aussehen nicht wieder zurück.
Muzinose tritt häufig im Nacken, an den Vordergliedmaßen, im Schulterbereich, an den Sprunggelenken und in der Umgebung des Afters auf.

Verwindung/Aufblähung
Als eine der Hunderassen, die einen tiefen Brustkorb besitzen, kann der Shar Pei unter einer Aufblähung leiden. Dies kann auch durch die Art verursacht werden, wie Sie Ihren Hund rollen. Obwohl der Zustand ähnlich ist wie eine Kolik bei Pferden, treten Verwindung und Aufblähung dann auf, wenn der Magen durch Gase anschwillt, sich dann verdreht und somit seine Blutzufuhr abschnürt. Ohne einen schnellen chirurgischen Eingriff ist der Zustand tödlich. Der Hund muss so schnell wie möglich von einem Tierarzt untersucht werden.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankung
Diese wird oft durch Nahrungsmittelallergien und/oder chronischen „Stressdurchfall“ verschlimmert, meist hilft aber eine strikte hypoallergenische Diät.

Krebs
„Es gibt mehrere Krebsformen, die bei dieser Hunderasse häufig vorkommen. Zurzeit führt der CSPCA (Chinese Shar-Pei Club of America) eine Befragung der Klubmitglieder durch, um festzustellen, welche Krebsarten am häufigsten vorkommen. Die wohltätige Stiftung der Organisation plant, nach der Identifizierung entsprechende Krebsforschung zu finanzieren.“

Allergien
Sowohl Inhalations- als auch Nahrungsmittelallergien kommen bei Hunden sehr häufig vor. Die Symptome sind Haarausfall, intensiver Juckreiz und entzündete Ohren; die Haut zwischen den Zehen kann gerötet und geschwollen sein. Allergien werden durch eine Überreaktion des Immunsystems ausgelöst und werden in erworbene und vererbte Allergien eingeteilt. Erstere zeigen sich bei ausgewachsenen Hunden, die zuvor keine Probleme hatten. Es ist schwierig, die Allergie auslösende Substanz zu finden. Bei den angebotenen Allergietests wird entweder die „Hautabschabungsmethode“ oder eine Blutuntersuchung durchgeführt. Blutuntersuchungen dienen bei der Suche nach Nahrungsmittelallergien; sie sind nicht sehr zuverlässig, geben aber Hinweise darauf, in welche Richtung gesucht werden sollte. Die „Hautabschabungsmethode“ ist ähnlich wie die bei Menschen angewandte Testmethode.

Nahrungsmittelallergien sind, wenn auch schwer aufzuspüren, relativ einfach zu behandeln. Die entsprechende Substanz wird bei der Hundenahrung weggelassen. Vorbeugend sollte nur Hundefutter ERSTKLASSIGER Qualität, frei von Soja, Mais und Weizen, gefüttert werden.

Inhalationsallergien sind zum grössten Teil nicht behandelbar. Das Äusserste, das hier erreicht werden kann, ist, dass der Hund möglichst beschwerdefrei bleibt. Inhalationsallergien verschlimmern sich üblicherweise im Sommer und Herbst, wenn Pollen, Schimmel und Samen reichlich vorkommen. Wie auch für die Behandlung von Menschen, ist es möglich, Antiallergiespritzen zu bekommen, die eventuell einige der Symptome lindern.

Vererbte Allergien zeigen sich normalerweise in wesentlich jüngeren Hunden, manchmal bereits bei drei Monate alten Welpen, meist aber spätestens bis zum Ende des ersten Lebensjahres. Hier gilt wieder: Hunde mit vererbten Allergien sollten NIE für die Zucht verwendet werden. Die Behandlungsmethode ist gleich für Hunde mit vererbten und erworbenen Allergien.

Eine weitere Ursache von Hautproblemen sind Flöhe. Viele Hunde reagieren sehr allergisch gegen Flohspeichel. Die Symptome sind intensiver Juckreiz und Kratzen; ein Biss kann genügen, dass ein stark allergischer Hund sich die Haut wund und blutig kratzt. VORBEUGUNG ist das beste Mittel gegen eine Flohbissallergie. Heute gibt es einige hervorragende Vorbeugungsmittel – Frontline und Advantage sind beide sehr zu empfehlen. Program ist eine weitere Methode, bei der die Flöhe sterilisiert werden, um die Vermehrung zu verhindern. Bei Flohproblemen muss auch die Umgebung des Hundes behandelt werden, d. h. Haus und Garten müssen ebenfalls von Flöhen befreit werden.

Diät
Nahrungsmittelallergien können Haut- und Magenerkrankungen verursachen. Der Shar Pei sollte eine ausgewogene Ernährung haben, frei von Konservierungsstoffen und proteinarm, ca. 16-21 %. Als Alternative zur Rinderhaut und Leckerbissen aus dem Supermarkt ist rohes oder gekochtes Gemüse geeignet. Es kann bei der Zubereitung der eigenen Mahlzeit mitgekocht werden (keine Kohlsorten oder Zwiebeln). Obstsorten wie Bananen, Aprikosen, Äpfel usw. sind gesunde Alternativen zu Fertigprodukten. Füttern Sie keine Reste vom Tisch, denn sie enthalten Butter, Margarine, Salz, Zucker und/oder Soßen. Vermeiden Sie alles, was Soja oder Rindfleisch, Farbstoffe oder chemische Konservierungsstoffe wie BHA, BHT oder Ethoxyquin enthält. Verwenden Sie Nahrungsmittel, die mit den Vitaminen A, C oder E haltbar gemacht wurden. Meist reicht eine chemiefreie Fütterung aus, um den Gesundheitszustand stark zu verbessern.

Rat zum Welpenkauf
Die folgenden Vorschläge sind nur einige der Punkte, auf die der potenzielle Shar Pei-Besitzer bei der Suche nach einem Welpen achten sollte:

  • Welpen sollten mindestens 8 Wochen alt sein, bevor sie ein neues Zuhause bekommen. Ein Welpe braucht genügend Zeit mit seinen Wurfgeschwistern und seiner Mutter, damit die richtige Sozialisierung einsetzt.
  • Käufer sollten sich beide Eltern des Welpen ansehen.„Obwohl es für einen Shar Pei normal ist, sich in Anwesenheit von Fremden reserviert zu verhalten, sollten sich weder Vater- noch Muttertier oder Welpen scheu oder aggressiv verhalten.“
  • Wählen Sie selbstbewusste Welpen, meiden Sie scheue, aggressive oder ängstliche Tiere.
  • Der Gesundheitszustand des Tieres sollte für den potenziellen Besitzer an oberster Stelle stehen. Der Welpe sollte munter wirken, glänzendes Fell haben, frei von Augen- und Nasensekret sein und keinen aufgeblähten Bauch besitzen.
  • Informieren Sie sich bei dem Hundezüchterverein in Ihrer Nähe, auf welche Papiere Sie Anspruch haben. Diese sollten im Kaufpreis enthalten sein und sich wie folgt zusammensetzen: ein unterschriebener Stammbaum, Kopien des Kaufvertrages und die Gesundheitsgarantie, die komplette Krankengeschichte mit jeweiligem Datum der Wurmkur sowie die Bescheinigung eines Tierarztes über vorgenommene Impfungen. „Der Züchter sollte ebenfalls eine Bestätigung darüber beibringen, dass er oder sie den Welpen innerhalb eines festgelegten Zeitraumes zurücknehmen wird, sollte sich eine Krankheit oder ein Defekt herausstellen. Hunde sollten innerhalb von 48 Stunden nach dem Kauf von einem Tierarzt untersucht werden. Hunde, die als Haustiere verkauft werden, sollten mit einer Vereinbarung bezüglich einer Sterilisierung/Kastrierung oder mit einer beschränkten Registrierung (d. h. nicht für Zuchtzwecke) verkauft werden.“

KEINE Weintrauben oder Rosinen
Aktuelles zum Thema Weintrauben und Rosinen, basierend auf einem Bericht in der zweimonatlich erscheinenden Publikation Veterinary Notes von VMRCVM (Tiermedizinhochschule von Virginia-Maryland).

In den letzten Jahren hat das Animal Poison Control Center (die Giftzentrale, die Vergiftungsfälle bei Tieren überwacht) zahlreiche Vergiftungsfälle durch Weintrauben und Rosinen bei Hunden dokumentiert. Wahrscheinlich gibt es solche Fälle bereits jahrelang, jedoch wurden in der Vergangenheit andere Ursachen angenommen.

Weintrauben aller Sorten und aus allen Anbauarten, auch aus dem eigenen Garten, sind damit in Verbindung gebracht worden und sollten als nierengiftig betrachtet werden (auch Rosinen mit Schokoladenüberzug).

Der giftige Grundbestandteil ist nicht bekannt. Im Vergleich zu Eicheln enthalten Weintrauben nur geringe Mengen von Tanninen, die als Nierengift für große Tiere bekannt sind. Weintrauben enthalten keine nennenswerten Mengen an Vitamin D, einem weiteren bekannten Nierengift. Es ist unwahrscheinlich, dass Pestizidrückstände eine Rolle spielen, da es sich um viele verschiedene Traubensorten handelt.

Bislang handelte es sich bei der Mehrzahl der gemeldeten Vergiftungsfälle um Hunde. Die Mindestdosis mit toxischer Wirkung liegt bei 8,6 g/kg Körpergewicht. Das entspricht ca. 2 Weintrauben pro kg Körpergewicht. Da sie ihren Wassergehalt verloren haben, werden Rosinen als giftiger betrachtet. Hier liegt der Wert bei 2,8 g/kg Körpergewicht (oder 6 Rosinen pro kg). Es ist ebenfalls davon abzuraten, Katzen und Frettchen mit Weintrauben oder Rosinen zu füttern, da es auch Meldungen über Vergiftungsfälle bei diesen Tierarten gegeben hat.

Klinische Anzeichen treten innerhalb von 6–24 Stunden nach der Aufnahme von Weintrauben oder Rosinen auf (im Durchschnitt nach 12 Stunden). Erste Anzeichen betreffen den Verdauungstrakt, darauf folgen Nierenbeschwerden. Das Erbrechen ist in der Regel das Hauptanzeichen, zusammen mit Durchfall, einer depressiven Verstimmung/Trägheit, Appetitlosigkeit, Kolik, Dehydration, und einer stark reduzierten Urinausscheidung. Der Verlauf der Vergiftung kann zwischen 3 Tagen und 3 Wochen dauern. Für Hunde mit Nierenproblemen ist die Prognose zurückhaltend bis schlecht.

Die Diagnose basiert auf Angaben darüber, ob/wann der Hund in jüngster Zeit der Gefahr ausgesetzt gewesen ist sowie auf klinische Anzeichen. Blutuntersuchungen ergeben erhöhte Nierenwerte. Typischerweise sind Harnstoff-Konzentrationen im Blut (BUN) sowie Kreatinin-, Phosphor- und Kaliumwerte (manchmal auch Serumkalzium) erhöht. Das Harnsediment enthält hyaline Zylinder, die Wichte (spezifisches Gewicht) des Urins weist entweder eine Hyposthenurie oder eine Isosthenurie auf (verdünnt auf die Konzentration von Wasser bzw. auf eine Konzentration niedrigerer als die des Wassers) und liegt zwischen einer Wichte von 1,006 und 1,010.

Falls angebracht wird Zur Behandlung die weitere Aufnahme vermieden, und die Urinausscheidung und den Elektrolythaushalt aufrechterhalten. Sind die Rosinen oder Weintrauben innerhalb der letzten 2-3 Stunden aufgenommen worden, sollte induziertes Erbrechen eingeleitet werden, gefolgt von einer Gabe Aktivkohle, um die weitere Aufnahme möglichst einzuschränken. Ein osmotisches Abführmittel hilft, die Passage des Giftstoffs durch den Magen-Darm-Trakt ohne Absorbierung zu beschleunigen. Man sollte dem Tier eine isotonische Salzlösung entsprechend einer zweifachen Aufrechterhaltungsdosis intravenös über einen Zeitraum von 48 Stunden verabreichen. In manchen Fällen können Medikamente gegen Übelkeit sowie harntreibende Mittel (Diuretika) und eine Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse) notwendig sein.

Zitatende.

 
Copyright © 2002-2007 Jeff Vidt, DVM,  Alle Rechte vorbehalten.

Übersetzung: „premier translation“, Oktober 2007

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