Fam.Shar Pei Fieber

Dies ist mein Erfahrungsbericht zum Thema „FAMILIAL SHAR-PEI FEVER“, in der Erscheinungsform „Swollen Hock Syndroms“!

Aus meiner Sicht sind „FAMILIAL SHAR-PEI FEVER“ (FSF) und „AMYLOIDOSE“ zurzeit und in Zukunft, die grössten gesundheitlichen Bedrohungen unserer geliebten Rasse!!!
Grundlage dieses Reports sind meine persönlichen Erfahrungen mit der Erkrankung unsere „Shar Pei Hündin“ „Chilly“ / „Moulin Rouge“. Sie hatte am 12. Februar 2006 ihren ersten, am 10 März 2006 ihren zweiten, am 18. Dezember 2006 Ihren dritten, am 03. Juli 2007 ihren vierten und am 28. September 2007 ihren fünften Fieberschub zu verkraften, jeweils in der Erscheinungsform „Swollen Hock Syndrom“ !

„Chilly“ / „„Moulin Rouge“ kommt aus dem Zwinger „Cool-Man`s“. Ihr Vater „Sindbad - Red Bonomiella“ und ihre Mutter „Ch.Chaitan`s Top of the Top” sind Zuchthunde der Züchtergemeinschaft „U.Lenk / A. Kosbab“!

Ich beziehe mich auch auf Mitteilungen, die mir viele „Shar Pei Besitzer“ anhand gegeben haben. Sie haben an ihren eigenen Hunden erleben müssen, wie diese an den komplexen Symptomen zu leiden hatten und das nicht nur einmal. Ein Teil der betroffenen Hunde stammt ebenfalls aus Linien der vorgenannten „Züchter“„U.Lenk / A. Kosbab“!  Einige Hunde sind in jungen Jahren, also frühzeitig an den Folgen qualvoll und elendig verstorben.

Insbesondere beziehe ich mich hier auf Informationen, die ich von Spezialisten der Veterinärmedizin aus USA zu diesem Thema erhalten habe.

Zur Klarstellung  sollte ich vorab vorsorglich noch darauf hinweisen, dass ich kein Züchter, aber auch kein Händler bin. Ich bin auch kein Tierarzt, jedoch lebe ich schon seit 1982 mit „Shar-Pei-Hunde“ zusammen.
Grundsätzlich möchte ich festhalten, dass es sich hier bei der Krankheit „FAMILIAL SHAR-PEI FEVER“ in der Erscheinungsform „Swollen Hock Syndrom“ und/oder „geschwollene Lefzen „um eine rasse- und linienbedingte Krankheit bei „Shar Pei Hunden“ handelt. Ganze Familien (Linien) sind davon betroffen, so der aktuelle Stand der Wissenschaft!

Die Erkrankung trifft Welpen, aber auch ältere Tiere, vereinzelt auch alte Hunde und wird initial von Fieberschüben und Schwellungen der Fersen- oder Karpalgelenke und in einer anderen Erscheinungsform mit entzündlichen Schwellungen im Bereich des Fangs (Maul/Lefzen) begleitet.
Bei „FSF“ handelt es sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit um einen genetischen Defekt, der autosomal rezessiv vererbt wird, d. h. Träger des Defekts müssen nicht erkranken, können ihn aber weitervererben. Diese Erkrankung gehört zu den rassespezifischen immunmediierten Polyarthitiden bei Shar Pei.
Einer der Hauptauslöser der Fieberschübe kann Stress sein.
Die Ursache ist in einer Störung des Immunsystems begründet. Es werden zu wenig Imunglobuline (Antikörper) der verschiedenen Klassen gebildet, ausserdem liegt eine Funktionsstörung der Lymphozyten (eine Sorte der weissen Blutkörperchen) vor.

Shar-Pei mit „FSF“ haben während der Fieberepisode ein erhöhtes Niveaus des Cytokine Interleukin-6 (IL-6) im Blut. Dysregulation von IL-6 ist die Ursache von vielen Folgeerkrankungen.

Folgende klinische Zustände sind während eines Fieberschubes zu beobachten:
- Große, um Hilfe bettelnde Augen, hängender Schwanz,
- Abgeschlagenheit und apathisches Verhalten,
- kurzfristig angestiegenes Fieber bis ca. +42,0 °C,
- schubartiges Zittern am ganzen Körper,
- flache schnelle Atmung,
- entzündliche, stark schmerzende Schwellung und Rötung der Sprunggelenke. Bei Berührung der Sprunggelenke fangen die erkrankten Hunde aufgrund der starken Schmerzen an zu jammern und zu schreien,
- der erkrankte Shar Pei bewegte sich, wenn überhaupt, nur noch humpelnd, wie auf Eiern laufend,
- entzündliche, stark schmerzende Schwellung und Rötung der Lefzen. Bei Berührung der Lefzen fangen die erkrankten Hunde aufgrund der starken Schmerzen an zu jammern und zu schreien,
- Futterverweigerung,
- keine Annahme von Wasser,
- häufiges und umfangreiches Urinieren,
- grünlicher Sekretaustritt aus den Augen.
- Verlust der Mucin – Einlagerungen, besonders im Kopfbereich und hier in den Lefzen. Die nilpferdartige Schnauze des Shar Pei verschwindet,
- Der Hund  bekommt ein Gesicht wie eine „Spitzmaus“,  
- kurzfristiger Gewichtsverlust.
- leichtes Erbrechen und leichte Diarrhoe können den Fieberschub begleiten,

Auf den ersten Blick erinnerten diese Symptome des „FSF“ stark an rheumatische Krankheitsbilder.

Leider sind bis heute keine effektiven Therapiemaßnahmen gegen die ursächliche Erkrankung an „FAMILIAL SHAR-PEI FEVER“ bekannt. Somit scheint eine ursächliche Behandlung zurzeit nicht möglich zu sein!

Aussagen über Produkte und Gesundheitszustände sind durch mich nicht ausgewertet worden.  Alle Informationen über diagnostische und therapeutische Methoden (inkl. Informationen ueber Medikamente) gelten nicht als persönliche Empfehlung oder Therapievorschlag. Geben Sie ihrem Hund niemals Medikamente ohne Absprache mit Ihrem Tierarzt!

Bei einem Fieberschub meiner Hündin „Chilly“, aufgrund „FAMILIAL SHAR-PEI FEVER“, in der Erscheinungsform „Swollen Hock Syndroms“, achte ich auf folgende Notwendigkeiten:

  • Die Temperatur des Hundes ist zu regelmässig zu überwachen und unter Umständen abzusenken; das ist extrem wichtig.
  • Die Hündin bekommt feucht-kalte Umschläge zur Absenkung des Fiebers.
  • Sie bekommt antiphlogistischen sowie antipyretrischen Medikamenten, wie z. B. Aspirin und Rimadyl (Fa. Pfizer) oder Metacam (Fa. Böhringer) bzw. Zubrin (Fa. Essex). Eine Dosis (gewichtsabhängig) des Schmerzmittels Rimadyl (Fa. Pfizer) oder Metacam (Fa. Böhringer) bzw. Zubrin (Fa. Essex) pro Tag verabreichte ich jeweils einmal am Tag, möglichst zu Beginn eines akuten Schubs.
    Ich habe aber auch schon  eine Tablette Aspirin (für erwachsene Menschen) alle 6 Stunden am ersten Tag des Fieberanfalls und danach täglich, vom zweiten bis zum fünften Tag nach der Fieberepisode, zweimal eine Aspirin gegeben.
  • Der tägliche Wasserverbrauch und die täglich gefressenen Rationen sind regelmäßig zu kontrollieren.
  • Veränderungen sind umgehend dem veterinärmedizinischen Spezialisten anzuzeigen.

Diese Sofortmaßnahmen können im akuten Schub dem betroffenen Tier helfen!

Die von den „Züchtern“ U.Lenk / A. Kosbab schrift- und mündlich empfohlene Verabreichung von (flüssigem) Calcium ist, aus der Sicht der veterinärmedizinischen Spezialisten wirkungslos! Dieses Mittel schädigt zwar den Hund nicht! Im Zusammenhang mit „FAMILIAL SHAR-PEI FIEBER“ ist „Calcium“ aber kein Therapieansatz!

Die Gabe von Colchicin soll im akuten Fall von „FAMILIAL SHAR-PEI FEVER“ wirkungslos sein und ist nicht zur Therapie des Fiebersenkens gedacht! In der Literatur wird darauf hingewiesen, dass Colchizin als Nebenwirkung Knochenmark zerstören kann! Allerdings werden in USA Shar Pei, die nach „FSF“ an Amyloidosis erkrankt sind, mit Colchizin therapiert!

„Shar Pei Hunde“, die das „FAMILIAL SHAR-PEI FEVER“ haben, sollten auf einer niedrigen Proteindiät (ca. 20%) gehalten werden.

Wissenschaftler gehen übereinstimmend davon aus, dass ca. 25 % der Shar Pei Hunde, die an „Familial Shar-Pei Fever“ erkrankt sind, mit den ersten Fieberschüben anfangen, Nierenamyloidosis zu entwickeln.

Besorgniserregend ist auch die Einlassung der veterinärmedizinischen Fachärzte in der Fachliteratur dahingehend, dass die, während des „Familial Shar-Pei Fever“ gebildete Eiweißbausteine in den Nieren abgelagert werden. Diese Ablagerungen (Amyloidose) sollen kaum therapierbar sein.
Heute weiss man, dass ungefähr 25% der Hunde, die unter „FAMILIAL SHAR-PEI FEVER“ leiden, das Nierenamyloidosis entwickeln, das dann zu dem „vorzeitigen“ Tod des Tieres wegen des Niereausfalls führen kann.
Ausserdem sollen diese Eiweissbausteine auch in der Leber, Lunge und anderen Organen abgelagert werden und dort zu Schädigungen - bis zum Tod - führen.

Nach welcher Lebenszeit der mögliche, vorzeitige Tod des an „FSF“ und nachfolgend an Amyloidose erkrankte „Shar Pei“ eintreten kann, prognostiziert jedoch kein veterinärmedizinischer Spezialist. Aus meiner Sicht kann hier wohl die Anzahl der erlitten Fieberschübe und die Anzahl der Ablagerungen von Eiweißbausteinen von entscheidender Bedeutung sein.

„FAMILIAL SHAR-PEI FEVER“ (FSF) und „AMYLOIDOSE“ sind zurzeit und in Zukunft, die grössten gesundheitlichen Bedrohungen unserer geliebten Rasse! 

Behörden und Fachleute der Veterinarmedizin seid wachsam!

Die Vertreter der Veterinarämter, der Hunde-Zucht-Verbände und Zuchtvereine, jeder einzelne Tierarzt und nicht zuletzt jeder seriöser Züchter sowie jeder Hundebesitzer, insbesondere die betroffenen Shar Pei Besitzer sind aufgerufen, alles in ihren Kraeften stehende zu tun, zu verhindern, dass Erbkrankheiten und genetische Dispositionen durch „Hundevermehrer“ von Generation zu Generation der Hundepopulationen weiter gegeben werden. Jeder sollte sich die Gefahr bewusst machen, nicht die Augen verschliessen und offen und ehrlich mit dem Thema „Erbkrankheiten bei Shar Pei Hunden“ umgehen.

Mit grossem Respekt bedanke ich mich bei einigen Shar Pei Liebhabern für die Offenheit mit der mir die Informationen und Leidensgeschichten ihrer Hunde zur Verfügung gestellt wurden.

An dieser Stelle möchte ich allen veterinärmedizinischen Fachleuten, insbesondere Frau Dr. C Schwedes, Frau Dr. Andrea Hollmann und Herrn Dr.med.vet. Sven Marx sowie Herrn Uwe Woerdemann für die Mitarbeit und die ausführlichen Statements danken!

Im Besonderen bedanke ich mich bei den aktiven Forschern in USA, die mir ebenfalls in aller Offenheit ihr fachliches Wissen zur Verfügung gestellt haben.

Hanspeter Kobold
Bremen, im September 2007

NACHTRAG  NR. 01 ZU COLCHICIN:

Colchicin wurde als Therapie für Amyloidose bei Tieren empfohlen. Bei Menschen verhindert Colchicin die Entwicklung von Amyloidose während Familiärem Mediterranen Fieber (FMF). Es scheint die Synthese und Absonderung von Serum-Amyloid A (ein akut Phasenreaktionseiweiß) durch die Leber zu blockieren, wobei die Bildung vom Amyloid-Verstäkungs-Faktor und die Ablagerung von Amyloid vermieden werden. In der Anfangsphase der Erkrankung ist die Wirkung am stärksten. Nach dem Nierenversagen ist Colchicin unwirksam.

Wirkung von Colchicin:
1.   Erhöhte Collagenaseaktivität 
2.   Antiphlogistikum – durch reduzierte Leukozytenmigration
3.   Stark wirksamer Hemmer von zellulärer Mitose
4.   Verhindert viele Zellfunktionen wie Degranulation, Chemotaxis und Mitose 
5.   Es scheint die krystallinverursachte Entwicklung von IL-1 stromaufwärts der
      Inflammasomaktivierung zu blockieren. Es ist wahrscheinlich vorteilhaft gegen
      Autoentzündungserkrankungen, weil es die Entwicklung von IL-1 durch
      NALP3-Mutationen blockiert.
6.   Colchicin stellt die gestörte homologe Verträglichkeit von Endotoxin wieder her,
      in dem die Monozyten die Synthese von IL-4 während der Remissionsperiode erhöhen.
7.   Colchicin hemmt die periodische Umwandlung von Monozytaktivierung und neutrophiler
      Leukozyteaktivierung in Endotoxin, welche in Verbindung mit dem episodischen
      Charakter von FSF stehen.
8.   IL-4 stimuliert die Einleitung eines Monozyt-Hyporeaktionszustands während FSF.
      Colchicin erhöht die Synthese von IL-4 in FMF-Monozyten.

Vorsicht ist bei der Abreichung von Colchicin bei älteren und entkräfteten Tieren geboten. Während der Schwangerschaft darf es nur verwendet werden, wenn der Nutzen die Risiken aufwiegt. Colchicin kann Übelkeit, Erbrechen und Durchfall bei Hunden verursachen. Es kann auch zu Bauchschmerzen und Appetitverlust führen. Menschen, die es für längere Zeit genommen haben, leiden unter eine Knochenmarkdepression. Es wird abgeraten, Colchicin zusammen mit NSAIS zu verabreichen. 

Ich persönlich verabreiche 0.6 mg (1 Tablette) zweimal täglich an Shar-Pei mit FSF oder an Zuchtlinien mit Amyloidose. Falls sich Probleme abzeichnen, breche ich die Colchicin-Therapie für einige Tage ab. Danach fange ich wieder mit einer halben Dosis an, d.h. eine Tablette einmal täglich oder eine halbe Tablette zweimal täglich. Sobald die Hunde das Medikament vertragen, versuche ich es noch mal mit der vollen Dosis. Colchicin ist für manche Shar-Pei Hunde unverträglich.

Colchicin ist auch ein starkes Vorbeugungsmittel gegen Amyloidose.

Es könnte aber auch sein, dass es keinen Einfluss auf das Auftreten oder die Häufigkeit der Fiebereposiden hat.

Copyright © 2002-2007 Jeff Vidt, DVM,  Alle Rechte vorbehalten.

Übersetzung: „premier translation“, Oktober 2007

Hinweis
Die Inhalte seiner Beiträge werden vom Autor nach bestem Wissen und Gewissen dem jeweiligen Besucher zur Verfügung gestellt. Die Informationen auf den Seiten http://www.familial-shar-pei-fever.de/ ersetzen nicht die professionelle Diagnostik, Beratung und Therapie durch einen Tierarzt! Sie stellen nur ein Informationsangebot dar. Diese Informationen wurden im guten Glauben und im Vertrauen auf die professionelle Integrität seiner Quellen hier möglichst originalgetreu wiedergegeben. Aussagen über Produkte und Gesundheitszustände sind nicht durch den Autor dieser Webseite ausgewertet worden  Alle Informationen über diagnostische und therapeutische Methoden (inkl. Informationen über Medikamente) gelten nicht als persönliche Empfehlung oder Therapievorschlag. Geben Sie ihrem Hund niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem Tierarzt! Da der Autor selbst nicht über medizinische Kenntnisse verfügt, übernimmt er auch keine Haftung der angebotenen Informationsbereitstellung.

Hanspeter Kobold
Ibiza, im Dezember 2007

Die Rechte und das Copyright liegen beim Verfasser. Alle Rechte vorbehalten.Eine Weiterverbreitung in jeglicher Form (auch auszugsweise) ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung gestattet. Anregungen, Hinweise oder sonstige Kritik sind mir jederzeit willkommen.

Hier kannst Du mehr über FSF erfahren:

Dr. Jeff Vidt:

Dr.-Linda Tintle,
Wurtsboro Veterinary, PO Kasten 910 Wurtsboro, New York

Dr. Anne Avery                                                                                                                    
Department os Microbiology, Immunology and Pathilogy,

 Chinese Shar –Pei Club of America Inc.                                   

MACSPRO
Mid-Atlantic Chinese Shar-pei Rescue Operation

The Canadian Veterinary Journal,
von: 2001 February  


AUSZÜGE AUS MEINEN BEITRÄGEN unter
http://www.shar-pei-ibiza.de/


FAMILIAL SHAR PEI FEVER  

Teil 1 – Meine Erfahrungen und Feststellungen; - WARUM: 

Teil 2 - Recherche:

Teil 3 – Medizinisch gesehen:

Hanspeter Kobold
Ibiza, im Dezember 2007

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen